Dänemarks Baumarkt zeigt deutliche Anzeichen einer Erholung, angeführt vom Wohnungsbau

 Marcel Dresse von Marcel Dresse
DK
14.01.2026

Die dänische Bauindustrie zeigt nach einer schwierigen Phase, die durch schwache Nachfrage und sinkende Produktivität gekennzeichnet war, deutliche Anzeichen einer Stabilisierung und Erholung. Aktuelle Indikatoren und Prognosen deuten auf positivere Aussichten hin, insbesondere im Wohnungsbau, der sich zum wichtigsten Wachstumsmotor entwickelt.

Produktivität unter Druck, aber immer noch über dem Niveau von 2020

Die Produktivität in der dänischen Bauindustrie, gemessen an einem Index auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden und mit einem Wert von 100 im Jahr 2020, liegt derzeit bei etwa 106. Dies deutet darauf hin, dass die Produktivität weiterhin höher ist als zu Beginn des Jahrzehnts. Im Vergleich zum Vormonat ist die Produktivität jedoch zuletzt zurückgegangen, was den anhaltenden Druck auf den Sektor widerspiegelt.

Der Rückgang der Neubautätigkeit, insbesondere im Wohnungsbau, belastete die Produktivität während des gesamten Jahres 2025. Ein ähnliches Muster war bereits Ende 2022 und Anfang 2023 zu beobachten, was unterstreicht, dass die Branche nach wie vor in einem schwierigen Umfeld mit gedämpfter Nachfrage operiert.

Beschäftigung bleibt trotz schwachem Bauzyklus stabil

Die von Statistics Denmark veröffentlichten Beschäftigungszahlen zeigen einen überraschend widerstandsfähigen Arbeitsmarkt im Baugewerbe. Derzeit sind rund 120.000 Mitarbeiter im Bau und in der Renovierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden beschäftigt, während etwa 28.000 im Tiefbau tätig sind.

Trotz des starken Rückgangs im Neubau ist die Beschäftigung im Laufe der Zeit leicht gestiegen. Im Vergleich zu den Vorquartalen steigt die Zahl der Beschäftigten langsam an, was als positives Signal gewertet wird. Die Bindung qualifizierter Arbeitskräfte während eines Abschwungs wird als entscheidend angesehen, um sicherzustellen, dass die zukünftige Nachfrage gedeckt werden kann, sobald sich die Marktbedingungen verbessern. Daher wird erwartet, dass die Beschäftigung im dänischen Bausektor in naher Zukunft stabil bleibt oder leicht wächst.

Wohnungsbau führt die Erholung an

Die Prognosedaten für den Wohnungsbau zeigen eine deutliche Trendwende. Im Jahr 2025 verzeichnete Dänemark erste starke Anzeichen einer Erholung, wobei die Zahl der genehmigten Wohnungen um rund 7 % stieg. Diese Entwicklung ist nicht nur im Vergleich zu den Vorjahren, sondern auch im Vergleich zu anderen nordischen Märkten wie Finnland oder Norwegen positiv hervorzuheben.

Auch die Zahl der Wohnungsbaubeginne stieg deutlich an und legte im Jahr 2025 um fast 11 % zu. Dies deutet darauf hin, dass der Wohnungsmarkt in eine Erholungsphase eingetreten ist, die sich voraussichtlich in einer höheren Zahl fertiggestellter Wohnungen in den Jahren 2026 und 2027 niederschlagen wird.

Marktausblick: Starkes Wachstum im Wohnungsbau

Die Verbesserung des Wohnungsmarktes spiegelt sich auch in den Bauinvestitionen wider. Die Investitionen in den Wohnungsbau, einschließlich Neubau und Renovierung, verzeichneten 2025 nach zwei Jahren des Rückgangs ein Wachstum, während der Nichtwohnungsbau weiterhin volatiler ist.

Für 2026 wird ein Anstieg der Investitionen in den Wohnungsbau um rund 5 % erwartet, gefolgt von einem weiteren Wachstum von etwa 5 % im Jahr 2027. Dies bestätigt, dass Dänemark die Krise im Wohnungsbau weitgehend überwunden hat und in eine Phase der nachhaltigen Erholung eintritt.

Der Nichtwohnungsbau bleibt schwächer

Auch für den Nichtwohnungsbau wird für 2026 eine gewisse Verbesserung mit steigenden Investitionen erwartet. Allerdings ist die Erholung in diesem Segment weniger robust. Aufgrund der derzeit noch sehr geringen Zahl der erteilten Genehmigungen wird erwartet, dass der Nichtwohnungsmarkt 2027 eher stagnieren als weiter wachsen wird.

Infolgedessen dürfte sich der Nichtwohnungsbau in den kommenden Jahren deutlich schwächer entwickeln als der Wohnungsbau.

Fazit: Der Wohnungsbau treibt die Erholung in Dänemark voran

Insgesamt zeigt der dänische Baumarkt ermutigende Anzeichen einer Erholung. Während die Produktivität weiterhin unter Druck steht und der Nichtwohnungsbau weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert ist, hat der Wohnungsbau eindeutig die Wende geschafft. Steigende Genehmigungen, zunehmende Baubeginne und wachsende Investitionsvolumina deuten auf eine positive Entwicklung im Jahr 2025 und darüber hinaus hin.

Die Nachfrage zieht an, und es wird erwartet, dass sich das Wachstum in den kommenden Jahren fortsetzt, wobei der Wohnungsbau fest im Zentrum der Erholung des dänischen Baumarktes steht.