von
Marcel Dresse
Überblick über die jüngsten Entwicklungen der Baugenehmigungen in Schweden, basierend auf dem aktuellen Update unseres Global Building Monitor
by Marcel Dresse | B+L
Willkommen zu unserem Überblick über den schwedischen Bausektor. Im November haben wir unsere Prognosen für die europäischen und weltweiten Bau‑Märkte aktualisiert – Schweden war dabei ein zentraler Fokus. Ich bin Marcel und in den nächsten Minuten erkläre ich, wie wir die Aussichten für den Wohnungsbau, den Nicht‑Wohnungsbau und den Tiefbau angepasst haben und beantworte die Frage, die die meisten von Ihnen beschäftigt: Wann kehrt das Wachstum in der schwedischen Bau‑Industrie zurück?
In den letzten beiden Jahren erlebte Schweden einen deutlichen Rückgang der Investitionen in beiden Segmenten, wodurch das Land zu den am stärksten von der aktuellen Bauflaute betroffenen Nationen zählt. Trotzdem zeigen unsere Prognosen für 2025 erstmals seit 2021 ein leichtes Wachstum der Bauinvestitionen. Die Erholung verläuft jedoch langsamer als zunächst angenommen.
Wohnungsbau
Zu Beginn des Jahres haben wir die Prognose von einem Anstieg von 2,5 % auf ein viel bescheideneres Wachstum von rund 1 % im Vergleich zum Vorjahr heruntergestuft. Diese Korrektur spiegelt die langsamer als erwartete Markt‑Erholung wider. Für das Jahr 2026 erwarten wir nun ein deutlich stärkeres Wachstum: Die Investitionen in den Wohnungsbau sollen um etwa 8 % zunehmen. Diese Zuversicht stützt sich auf die letzten drei Quartale, die einen stetigen Anstieg der Baugenehmigungen zeigen – ein Zeichen wachsender Nachfrage.
Nicht‑Wohnungsbau
Die Investitionen in diesem Segment fielen 2023 um 14 % und 2024 um 8 %. Nachdem wir unsere Erwartungen nach unten korrigiert haben, gehen wir von einem sehr geringen Wachstum von 0,5 % im Jahr 2025 aus – weit unter der vorherigen Schätzung von 2,4 %. Die schwächere Sicht entsteht durch zwei Gegenkräfte. Private Unternehmen haben wegen wirtschaftlicher Unsicherheit zahlreiche Projekte – Bürogebäude, neue Produktionsstandorte usw. – aufgeschoben. Gleichzeitig erhöht der öffentliche Sektor seine Ausgaben. Die schwedische Regierung investiert mehr in militärische Einrichtungen und weitere öffentliche Vorhaben, wodurch ein stabilerer Nachfragedruck entsteht, der die begrenzte Erholung jetzt antreibt.
Tiefbau
Dieser Bereich entwickelt sich besser als Wohn‑ und Nicht‑Wohnungsbau. Die Investitionen in Infrastruktur – Energie‑Netze, Schienen und andere öffentliche Großprojekte – sind 2024 und 2025 kontinuierlich gestiegen, und wir rechnen auch 2026 mit weiterem Wachstum. Öffentliche Projekte haben längere Planungszyklen und gesichertere Finanzierung, wodurch die Aktivität im Tiefbau weniger schwankungsanfällig ist.
Gesamt‑Ausblick
Für 2025 erwarten wir nur vorsichtiges, dünnes Wachstum im schwedischen Bausektor. Erste Erholungssignale sind erkennbar, aber das Wachstum bleibt bescheiden. Im Jahr 2026 verbessert sich die Lage deutlich: Der Wohnungsbau soll um rund 8 % wachsen, der Nicht‑Wohnungsbau um etwa 0,5 % und der Tiefbau um einen soliden Betrag, was zu einer deutlich stärkeren Gesamterholung führt als im Vorjahr.