Schweden: Anzeichen für Stabilisierung und Erholung im Bausektor

 Marcel Dresse von Marcel Dresse
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18.02.2026

Mehrere Entwicklungen in Schweden lassen für 2026 einen optimistischen Ausblick für die Bauindustrie erwarten. Im Jahr 2025 ging die Zahl der Insolvenzen unter Bauunternehmen um durchschnittlich 5 % zurück. Nach Angaben des Branchenverbands Byggföretagen haben insbesondere kleinere Unternehmen weiterhin mit den Folgen des Abschwungs der letzten Jahre zu kämpfen. Regionale Unterschiede sind weiterhin deutlich erkennbar: In Norrbotten, Värmland und Södermanland gingen die Insolvenzen deutlich zurück, während die Zahlen in Stockholm, Uppsala und Skåne nur einen leichten Rückgang oder eine Stagnation verzeichneten. Trotz der jüngsten Verbesserung bleibt das Gesamtniveau der Insolvenzen nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2023 weiterhin deutlich höher als in den Jahren vor der Krise.

Auf regulatorischer Ebene diskutiert die schwedische Regierung derzeit Gesetzesinitiativen, die darauf abzielen, den Verwaltungsaufwand für Bauunternehmen zu verringern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen konzentrieren sich insbesondere auf die Vereinfachung der Anforderungen für Renovierungen und Sanierungen sowie auf die Straffung der Verfahren für den Bau öffentlicher Gebäude im Strafvollzug. Diese Initiativen sollen die Planungssicherheit verbessern und Projektverzögerungen reduzieren.

Der Wohnungsbau zeigte 2025 deutliche Anzeichen einer Erholung. Die Baugenehmigungen und Baubeginne entwickelten sich positiv, was auf eine Umkehr des bisherigen Abwärtstrends hindeutet. Infolgedessen wird für 2026 mit einem Anstieg der Investitionen und Fertigstellungen im Wohnungsbau gerechnet. Die Investitionen in den Wohnungsbau verzeichneten bereits 2025 ein leichtes Wachstum.

Auch die Renovierungstätigkeit trug zu dieser Stabilisierung bei. Regulatorische Anpassungen der ROT-Steuervergünstigung (Reparation, Ombyggnad, Tillbyggnad) sorgten für zusätzliche Unterstützung. Die ROT-Regelung gewährt eine direkte Steuerermäßigung von 30 % auf die Arbeitskosten für Reparatur-, Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten, bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 SEK pro Person und Jahr. Dieser Anreiz hat die Nachfrage nach Sanierungsprojekten gestärkt.

Für 2026 erwartet B+L ein Wachstum der Investitionen sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau. Der Nichtwohnungsbau dürfte sich jedoch schwächer entwickeln als der Wohnungsbau.

Insgesamt bleibt die schwedische Bauindustrie – insbesondere kleinere Unternehmen – zwar mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, geht jedoch mit verbesserten Fundamentaldaten und einer wachsenden Investitionsdynamik in das Jahr 2026.